Warum Verbote nicht funktionieren – und was stattdessen hilft

Ich habe es selbst versucht. Das Verbot.

„Tablet aus — sofort!“

Was kam? Großer Widerstand. Geheul. „Das ist unfair!“
Und natürlich der Klassiker: „Ich will nur noch
das fertig gucken!“

Ich habe nicht nachgegeben. Das Tablet musste
augenblicklich abgegeben werden.

Und ich wusste genau was als nächstes kommen würde
— weil es immer so kam. Erst „nur noch 5 Minuten“.
Dann nochmal 5 Minuten. Dann nochmal. Bis es eskaliert.
Bis alle schlecht gelaunt sind. Bis aus einem schönen
Nachmittag ein Streit geworden ist.

Kennt ihr das?

Warum das Verbot nicht funktioniert

Ein Verbot fühlt sich für ein Kind wie eine
Ungerechtigkeit an. Es versteht nicht warum — es sieht
nur dass ihm etwas weggenommen wird das es liebt.

Und was macht man wenn man etwas Geliebtes verliert?
Man kämpft darum.

Das ist keine Frechheit. Das ist menschlich.

Das Problem ist nicht das Kind. Das Problem ist das
Verbot selbst — denn es löst nichts. Es schiebt den
Konflikt nur auf. Beim nächsten Mal beginnt das
Spiel von vorne.

Was stattdessen wirklich hilft!

Ich habe gelernt: Nicht das Tablet ist das Problem.
Das Tablet hat keine Regeln — wir haben keine Regeln.

Der Unterschied ist riesig.

Ein Verbot sagt: „Nein, weil ich es sage.“
Eine Regel sagt: „Das haben wir gemeinsam so vereinbart.“

Und genau da liegt der Schlüssel.

Als wir aufgehört haben zu verbieten und angefangen
haben gemeinsam Regeln zu machen — hat sich alles
verändert. Meine Enkelin wusste wann das Tablet an
darf und wann es aus bleibt. Nicht weil Oma oder Papa
es sagt. Sondern weil sie selbst dabei war als die
Regel gemacht wurde.

Sie hat sogar unterschrieben.

Die drei größten Fehler, die Eltern und Großeltern machen 

Fehler 1: Spontan verbieten

Im Affekt „Tablet weg!“ zu rufen funktioniert nie.
Das Kind hat keine Vorbereitung, kein Verständnis
— nur Widerstand.

Fehler 2: Nachgeben bei „nur noch 5 Minuten“

Jedes Nachgeben lehrt das Kind: Wenn ich lange genug
quengle, bekomme ich was ich will. Das ist eine Lektion
die lange bleibt.

Fehler 3: Regeln alleine aufstellen

Regeln die das Kind nicht mitentschieden hat,
akzeptiert es auch nicht. So einfach ist das.

Was du heute noch tun kannst

Setz dich mit deinem Kind oder Enkelkind zusammen
— nicht um zu schimpfen, sondern um zu reden. Fragt
gemeinsam: Wann ist Tablet-Zeit okay? Wie lange?
Was passiert danach?

Schreibt es auf. Unterschreibt es beide.

Und dann haltet euch daran — alle.

Den Familienmedienvertrag den wir bei uns benutzt
haben gibt es als fertigen Download. Einfach
ausdrucken, gemeinsam ausfüllen, unterschreiben.

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