Wie ich meiner Enkelin erklärt habe warum es Handy-Regeln gibt – ohne Streit

Es war ein ganz normaler Freitagabend.

Meine Enkelin kam zu Besuch — Wochenende bei Oma.
Eigentlich der schönste Teil der Woche. Gemeinsames Essen,
ein Spiel vielleicht, einfach zusammen sein.

Aber kaum war sie durch die Tür, war das Tablet schon
in der Hand.

Und ich dachte mir: So nicht. Nicht dieses Wochenende.

Aber wie sagt man das einem 10-jährigen Kind — ohne dass
es sofort Widerstand gibt? Ohne Tränen, ohne Türknallen,
ohne dass das Wochenende schon beim ersten Satz
verloren ist?

Der entscheidende Unterschied: erklären statt befehlen

Früher hätte ich vielleicht gesagt: „Leg das Tablet weg,
wir wollen Zeit miteinander verbringen.“

Und was wäre passiert? Augenrollen. Meckern.
Schlechte Stimmung.

Diesmal habe ich es anders gemacht. Ich habe ihr erklärt
— nicht befohlen.

Ich habe ihr gesagt: „Weißt du was? Ich freue mich so
sehr wenn du hier bist. Und ich möchte dieses Wochenende
wirklich mit dir verbringen — nicht mit deinem Tablet.
Nicht weil das Tablet böse ist. Sondern weil ich dich
vermisse wenn du weg bist.“

Stille.

Dann hat sie das Tablet hingelegt.

 

Warum Erklären funktioniert — und Befehlen nicht

Kinder — und eigentlich alle Menschen — wollen verstehen
warum etwas von ihnen verlangt wird. Ein Befehl ohne
Begründung fühlt sich unfair an. Eine Erklärung mit
Herz fühlt sich anders an.

Wenn ein Kind versteht dass es nicht bestraft wird,
sondern geliebt wird — dann öffnet es sich.

Das ist der Unterschied zwischen „Leg das weg!“
und „Ich möchte Zeit mit dir.“

Was wir dann gemacht haben

Wir haben zusammen gekocht. Wir haben ein Spiel gespielt.
Wir haben geredet — richtig geredet, nicht aneinander vorbei.

Und weißt du was meine Enkelin am Abend gesagt hat?

„Das war ein schönes Wochenende.“

Kein Tablet. Keine Regeln die befolgt werden mussten.
Einfach ein schönes Wochenende.

Der nächste Schritt: Regeln die bleiben

Ein schönes Wochenende ist toll. Aber was ist mit
dem Alltag?

Damit es nicht jedes Mal ein neues Gespräch braucht,
haben wir danach gemeinsam einen Familienmedienvertrag
ausgefüllt. Klare Zeiten, klare Regeln — von allen
unterschrieben.

Seitdem läuft es viel ruhiger.

Den Vertrag den wir benutzt haben gibt es bei mir als Download — schau einfach mal rein.